İhsan Yılmaz Bayraktarlı
Die Türkei im Umbruch
Schrift und Sprache als nationalistisches
Politikum in der türkischen Revolution
ISBN 978-3-929345-55-1
Preis: 39,90 Euro
Welches Wagnis es bedeutet, die
Geschichte, Kultur und insbesondere die Schrift einer Gesellschaft, die auf
eine mehr als tausendjährige Geschichte zurückblickt, in die Hände einer knapp
drei Monate lang arbeitenden Schriftkommission zu legen, zeigt die Geschichte
der republikanischen Türkei.
Die vorliegende Forschungsarbeit
versucht eine Annäherung an die türkische Sprachpolitik. Sie hält eine
wissenschaftliche sprachplanerische Argumentation im Dienst der rationalen und
humanen Sprachpolitik für erstrebenswert. Diese Forschungsarbeit weist
besonders darauf hin, dass viele Dritte-Welt-Länder versuchten und versuchen,
ihre Schrift und Sprache zu latinisieren, um die heutigen Bedürfnisse nach
technischer und vor allem wissenschaftlicher Kommunikation zu befriedigen,
wobei sie zwecks Befolgung eines strengen Sprachnationalismus die eigenen
Sprachdynamiken zumindest vernachlässigen, wenn nicht gar verwerfen. Diese
Arbeit weist auch auf andere, durchdachte, Sprachplanungen hin, bei denen die
sprachwissenschaftlichen Regeln nicht verletzt wurden.
Folgende Themen werden in dieser Arbeit
ebenfalls erörtert:
- Fragen
der türkischen Sprachrevolution unter Heranziehung der
russischen Sprachpolitik
-
Stillstand der sprachpolitischen
Modernisierungsprozesse seit 1928
- Fortschritte
in der Sprachpolitik seit der Unterzeichnung der
Beitrittsverhandlungen der Türkei zur EU
- Analphabetismus
- Einfluss
der Politik auf die Sprache
"Ihr Buch war für mich eine sehr lehrreiche und spannende
Lektüre; dass autoritäre Sprachpolitik die Zukunft, die Identität und die
Vergangenheit einer Gesellschaft so stark bestimmen kann, zeigt die Türkei
eindrucksvoll und mahnend. Obendrein finde ich das Buch äußerst gelungen, weil
Sie das Thema mit Leidenschaft behandeln, ohne die wissenschaftliche Distanz zu
verlieren und ohne das Abwägen zu verdrängen. Insofern: Dank für das Buch!"
Philipp Dreesen
İhsan Yılmaz Bayraktarlı
,
geb. 1958. Studium der Pädagogik und der deutschen Philologie an der
Atatürk-Universität zu Erzurum/Turkei. Zweites Studium der wissenschaftlichen
Politik, Sprachwissenschaft und neueren deutschen Literatur an der Albert-Ludwigs-Universität
zu Freiburg im Breisgau. Hier Dr. phil im Jahr 2008.
Lehrer an der Friedrich-August-Haselwander-Gewerbeschule in Offenburg.
Langjährige führende Tätigkeiten in unterschiedlichen Geschäftsbereichen.
Generalsekretär einer internationalen Hilfsorganisation. Regieassistenz/Theater
und künstlerische Beratung in Freiburg.
Wichtigste Veröffentlichungen:
Sprachplanungen: Modernisierung, Vereinfachung und Normierung
von Sprache. Fallbeispiele; China, Japan, Griechenland und Israel;
Die politische Debatte um die türkische Schrift- und
Sprachrevolution von 1928 (Buchveröffentlichung);
Hölderlin und die Liebe als ein kosmisches Prinzip;
Wortbildung des Verbs und dessen Vergleichsbereiche in der
deutschen und türkischen Sprache;
Wir lernen Deutsch (Festschrift zur Gründung der
Friedrich-August-Haselwander-Schule, Offenburg)