Frithjof
Schuon
Von der inneren Einheit der Religionen
Paperback, 167 Seiten
ISBN 978-3-929345-34-6
Preis: 18,90 Euro
(eine Kurzbiografie des Autors weiter
unten)
Jede „wahre", wirklich von Gott
selbst offenbarte Religion hat zwei Seiten, die sich eng durchdringen: eine
göttliche und eine menschliche. Religion heißt ja „Rückverbindung", und gemeint
ist die Rückverbindung des Menschen zu Gott.
Diesen zwei Seiten entsprechend
muss jede Religion
– einerseits
– sich einer Formensprache oder eines Kultes
bedienen, die den Menschen oder Völkern, für die sie bestimmt ist, unmittelbar
ein„leuchtet" oder verständlich ist. Andererseits aber muss jede wahre Religion
mit Hilfe dieser ein „leuchtenden" Formensprache eine göttliche, die
betreffenden Menschen oder Völker weit übersteigende Ewige Botschaft
vermitteln: Diese göttliche Seite der Religion nennt Schuon im vorliegenden
Buche die Sophia perennis, deutsch gesagt „den Schatz der ewig sich
gleichbleibenden göttlichen Weisheit“. Diese Weisheit ist an sich mit keinerlei
Formen, Begriffen oder Worten ausdrückbar, kann jedoch bei richtiger, von Gott
selbst eingegebener Handhabung eine göttliche Saite in uns zum Schwingen
bringen, eine Ahnung erwecken vom Letzten und den inneren seelischen Aufschwung
vorbereiten zur Schau der über alles Begrenzte erhabenen geistigen
Wirklichkeit.
Es folgt aus dem Gesagten, dass die
großen Religionen von außen, also von der menschlichen Seite aus gesehen,
weitgehend voneinander verschieden sind, entsprechend der Verschiedenheit der
Völker, Rassen und Zeitalter, an die sie sich wenden. Innerlich jedoch, von der
göttlichen Seite her gesehen, sind sie gleich, geben denselben, sich nie
ändernden Kern der Sophia perennis, der „Ewigen Weisheit“ weiter. Diese
Weitergabe nennt man „Tradition". Man könnte den geistigen Kern aller
Traditionen mit einem Stern vergleichen, von dem die einzelnen Weltreligionen
wie Strahlen nach verschiedenen Richtungen auseinander laufen, je näher sie
noch der Mitte sind, desto näher sind sie auch einander. Im tiefsten Grunde
bestätigen also die Religionen einander, und zwar auch dann, wenn sie sich
äußerlich widersprechen oder gar in blutigen Schlachten bekriegen. Von je hat
es aber in allen Religionen große Geister, „Erleuchtete", gegeben, die trotz
allen Auseinandersetzungen um das Geheimnis der „Einheit aller Traditionen",
der Sophia perennis wussten.
Wer Schuons anspruchsvollen, aber
stets logischen Ausführungen folgt, wird sehr bald einem Verfasser begegnen,
der aus einer wahrhaft zyklischen Sendung heraus dem Leser gleichsam ein
Pfingsterlebnis beschert, nämlich den Aufstieg aus der Vielheit der
Formensprache in der Welt der Religion zur Einheit der paradiesischen oder
adamischen Ursprache: als Form und Inhalt, Gestalt und Gehalt, Wort und
Bedeutung noch unmittelbar eins waren.
Welche weiten Wege der Leser dabei durchwandert, mag eine
Wiedergabe des Inhaltsverzeichnisses zeigen: Vom inneren Wesen der Idee — Von
den Grenzen der Exoterik — Erscheinungsweisen der Esoterik — Von den Formen der
Kunst — Grundzüge der Metaphysik — Von den Grenzen der Glaubensverbreitung —
Der Dreiklang der monotheistischen Offenbarung — Christentum, Islam und
Buddhismus.
Über den Autor

Frithjof Schuon, 1907–1998
"Er nährt meine Seele wie kein anderer
lebender religiöser Schriftsteller."
Huston Smith, Autor des Buches
”The World's Religions”
Frithjof
Schuon wurde am 18. Juni 1907 als Kind deutscher Eltern in Basel geboren. Im
Alter von 13 Jahren ging er nach Paris, wo er Arabisch und die islamische
Kultur studierte. Später bereiste er den Nahen Osten, Nordafrika und Indien, um
spirituelle Meister und traditionelle Kulturen kennenzulernen. Nach dem Zweiten
Weltkrieg nahm Frithjof Schuon eine Einladung in den amerikanischen Westen an,
wo er monatelang unter Indianern lebte, denen schon immer sein größtes
Interesse gehörte.
Aufgrund
seiner Schulbildung in Frankreich schrieb Frithjof Schuon seine Hauptwerke auf
Französisch. Das vorliegende Werk Von der inneren Einheit der Religionen
übersetzte er selbst ins Deutsche. T.S. Eliot sagte von ihm: “Ich kenne keine
eindrucksvollere Arbeit über vergleichende Studien der östlichen und westlichen
Religionen als dieses Buch.“
Schuon ist
der prominenteste Fürsprecher der religio perennis und Philosoph der
metaphysischen Strömungen Shankaras und Platos. Er verfasste über 20 Bücher
über metaphysische, spirituelle und ethnische Themen sowie zahlreiche Artikel
für europäische und amerikanische Zeitschriften, in denen er über vergleichende
Religionswissenschaft schrieb. Seine Schriften wurden und werden weltweit in
wissenschaftlichen und philosophischen Publikationen besprochen, zitiert und
gleichermaßen von wissenschaftlichen wie spirituellen Autoritäten respektiert.
Frithjof
Schuon starb am 5. Mai 1998 in Bloomington/Indiana, USA.